Eure Gesichter

 

Ich habe lange in Eure Gesichter geschaut,

so dass ich das ein oder andere

nicht mehr abstreifen kann,

weil es sich in mir abgebildet hat.

Ich habe Edles gesehen

und Klarheit und Trotzigkeit

und den Blick für das Wahre, Gerechte,

und kein billiges Kalkulieren

möglichst heil zu überstehen.

Ich habe Euren Mut,

dem Geschundenen beizustehen,

in einzelnen Zügen erkannt,

und ein Rückgrat, kaum verbogen,

und ich habe mich nach Euren Gewissen gefragt

und dessen Regungen damals,

als es galt, eines zu haben,

und wie ihr mit Eurem Schmerz umgegangen seid,

unschuldig das Leben und alles zu verlieren.

Und was ihr uns heute zu sagen habt,

uns raten würdet in spaßig-schauriger Zeit

mit der Versuchung zur Wiederholung

und den schon wieder praktizierten Untaten,

fanatisch und unbarmherzig motiviert,

das Leid anderer in Kauf nehmend,

anderswo und hier.