Andreas Hoevel

geboren am 24.2.1900 in Trier

hingerichtet am 28.8.1942 in Frankfurt

Gegner der nationalsozialistischen Ideologie

Widerstand

KZ Moringen, KZ Esterwegen, KZ Sachsenhausen, KZ Buchenwald

 

Er wurde nur 42 Jahre alt. Andreas Hoevel wurde am 28. August 1942 gemeinsam mit seiner Frau Anneliese im Gefängnishof Frankfurt-Preungesheim durch das Fallbeil ermordet.

Damit endet ein Leben, das am 27. Februar 1900 in der Aachener Straße 118 (heute: Kölner Straße 29) in Trier-Pallien begann. Hoevel ist das sechste von sieben Kindern des Eisenbahnbeamten Philipp Hoevel und seiner Frau Elisabeth.

In Pallien besucht er vier Jahre die Volksschule, wechselt zum Hindenburg-Gymnasium und meldet sich als Freiwilliger zum Fronteinsatz im Ersten Weltkrieg. Er überlebt den Krieg, beginnt ein Studium der Volks- und Landwirtschaft in Bonn, bricht es aber aus finanziellen Gründen ab und wandert aus in die Vereinigten Staaten. Dort lernt er seine Frau kennen. Gemeinsam kehren sie 1926 nach Europa zurück, In Rüsselsheim findet er bei den Opel-Werken eine Stellung als Abteilungsleiter, Wann die Hoevels Kommunisten wurden, ist nicht bekannt. In Rüsselsheim tritt er als Funktionär der örtlichen KPD-Gliederung auf und engagiert sich in der „Revolutionären Gewerkschaftsopposition". Deshalb wird er im Februar 1933 bei Opel entlassen und im September als „Politischer Instrukteur" der KPD verhaftet. Es folgt ein Leidensweg durch die KZs Esterwegen, Sachsenhausen und Buchenwald. An Weihnachten 1938 kommt er noch einmal in Freiheit. In Koblenz schließt er sich mit seiner Frau - die seit 1934 ebenfalls in KZ-Haft war - einer Widerstandsgruppe an, die u. a. Antikriegspropaganda betreibt. Ende 1941 wird das Ehepaar erneut verhaftet. Vor dem Oberlandesgericht Kassel werden beide im Juli 1942 wegen angeblicher Vorbereitung eines hochverräterischen Verbrechens und wegen Hörens ausländischer Rundfunksender zum Tode verurteilt.

Die Städte Koblenz (im Jahr 1948) und Trier (1964) ehren Hoevel durch die Benennung von Straßen mit seinem Namen.

 

Quelle: Stattführer Trier im Nationalsozialismus, 3. Auflage, Trier 2005, S.138-139

            Trierer biographisches Lexikon

 

Rudolf Isay