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Arnold Fortuin
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geboren am
19.10.1901 in Neunkirchen/Nahe
gestorben am
19.6.1970 in Illingen/Saar
Pastor von
Beuren bei Hermeskeil
Gegner der
nationalsozialistischen Ideologie
"Strafversetzt"
von Bad Kreuznach nach Beuren,
1945 Gedenkarbeit in Hinzert,
deutscher Zigeunerpfarrer
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Pastor Fortuins Wirken
machte in einer Zeit weit verbreiteter
praktischer Gottesferne den Unterschied von
Gottes Geist und einer menschenverachtenden
Ideologie deutlich. Er handelte sich
deswegen berufliche Nachteile in Bad
Kreuznach und Anfeindungen durch die Leitung
des KZs Hinzert ein, die er nicht bedauerte.
Menschen, die leiden und zu Unmenschen
degradiert werden, war er nicht erst nach
dem Zusammenbruch des
nationalsozialistischen Regimes zugetan.
Er hatte bereits als
Kaplan vor der Nazi-Zeit in Saarbrücken
erste Kontakte zu Sinti und Roma Er war auch
den zu seiner Pfarrei gehörenden KZ-Häftlingen
nahe, was ihn in Konflikte mit der
KZ-Leitung brachte. Deswegen war sein persönliches
Engagement in der frühen Gedenkarbeit des
ehemaligen KZs Hinzert nach dem
Zusammenbruch des Hitler-Regimes nicht
Ausdruck opportunistischer Aktivität,
sondern entsprach seiner an Christus
orientierten Lebenslinie. Pastor Fortuins
Leistung hat nicht verhindern können, dass
die Gesellschaft allgemein die Erinnerung an
die NS-Zeit viele Jahrzehnte weitgehend
verdrängte. Das gesellschaftliche
Bewusstsein war lange Zeit von den
Errungenschaften des sogenannten
Wirtschaftswunders bestimmt. Seit dem Ende
der sechziger Jahre allerdings wurde wieder
die unbewältigte NS-Vergangenheit
thematisiert. Dieser Prozess ist gegenwärtig
noch nicht abgeschlossen.
Der ehemalige deutsche
Bundespräsident Richard von Weizsäcker
formulierte anlässlich des 40. Jahrestages
zur Erinnerung an den 8. Mai 1945 im Jahre
1985 in diesem Anliegen: Wer sich der
Unmenschlichkeit nicht erinnern will, wird
wieder anfällig für neue
Ansteckungsgefahren. Pastor Fortuin hat in
seiner Zeit ein Zeichen gesetzt, das heute
noch als Vorbild dienen kann.
Quelle: Willi
Körtels: Anfänge der Gedenkarbeit im
ehemaligen KZ Hinzert nach
Aufzeichnungen von Pastor Arnold Fortuin aus
Beuren, in: Der Schellemann
Nr.
18/2005
Emil
Frank
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