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Hans Eiden
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geboren am
24.11.1911in Trier
gestorben am
6.12.1950 in Trier
Arbeiter,
Arbeiterbewegung,
1947 MdL
Gegner der
nationalsozialistischen Ideologie,
Widerstand
KZ Buchenwald
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Im
September 1939 stehen dreißig politische Häftlinge
vor der Kleiderkammer des Strafge-fängnisses
Wittlich. Sie sollen ihre Zivilkleider in
Empfang nehmen, denn sie werden in das
Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar überführt.
Unter ihnen ist Hans Eiden, Mitglied der
Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD),
von Beruf Dreher, seit 1932 politischer Stützpunktleiter
des „Kampfbundes gegen den
Faschismus" in Trier-Nord. Vom l. März
bis 17. Mai 1933 war Eiden bereits in
„Schutzhaft" genommen worden, die er
im Gestapo-Gefängnis in Trier-West
verbracht hatte. Im Dezember 1936 wird er
gemeinsam mit Willi und Aurelia Torgau und
weiteren 34 zumeist kommunistischen Angehörigen
einer Trierer Widerstandsgruppe wegen
„Vorbereitung zum Hochverrat" zu
mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt. 1939
ist seine Haftzeit eigentlich zu Ende. Doch
wie viele andere Verfolgte wird Eiden sofort
wieder verhaftet und ohne Gerichtsurteil in
ein KZ verschleppt. In Buchenwald erhalten
die Häftlinge Nummern, die fortan an die
Stelle ihres Namens treten. Eiden wird zur
Nummer 6222. Im KZ erfährt er, dass es eine
illegale Lagerorganisation gibt, die vor
allem von Kommunisten getragen wird. Dieser
Geheimorganisation gelingt es trotz des
Spitzelapparates der SS, Mithäftlinge vor
der Ermordung zu retten und Waffen aus den Rüstungswerken
ins Lager zu schmuggeln.
Ende 1944
wird Hans Eiden „Lagerältester l"
und steht damit allen Häftlingen vor. Er
sieht seine Hauptaufgabe in der Verbesserung
ihrer Lebensumstände. Im April 1945, als
die Amerikaner immer näher rücken, kommt
es zur Konfrontation: Als die
SS-Lagerleitung alle Juden zum Abmarsch ans
Tor befiehlt, gibt die illegale Organisation
die Losung aus, dass niemand das Lager
verlassen soll. Der größte Teil der Juden
wird von Kameraden in den Blocks für
Nichtjuden versteckt. 3.000 können gerettet
werden.
Als am 11.
April die ersten amerikanischen Panzer
auftauchen, gibt die Leitung der illegalen
Lagerorganisation die Waffen frei und
befiehlt den Sturm auf die verbliebenen SS-Männer.
Eiden verhindert, dass die gefangenen
SS-Schergen gelyncht werden. Tief bewegt
verkündet er über den Lager-Lautsprecher:
„Kameraden! Die Faschisten sind geflohen.
Ein internationales Lagerkomitee hat die
Macht übernommen!" 21.000 Insassen des
KZs sind gerettet und frei.
Hans Eiden
kehrt nach Trier zurück. Er wird Erster
Sekretär des KPD-Kreisvorstandes und
arbeitet bis September 1946 als kommunaler
Beirat für die KPD. Als Abgeordneter zieht
er 1947 in den rheinland-pfälzischen
Landtag, wo er vor allem für soziale
Belange eintritt und den Petitionsausschuss
leitet.
Ein Jahr
später wird er wegen angeblicher Kontakte
seiner Lebensgefährtin, Margareta
Straubing, zum französischen Geheimdienst
aus der Partei ausgeschlossen.
Hans Eiden
stirbt im Alter von 49 Jahren am 6. Dezember
1950 an den Spätfolgen der KZ-Haft. In der
Todesanzeige im „Trierischen
Volksfreund" heißt es: „Er war es,
dessen besonnener Mut, dessen unbeugsame
Entschlossenheit viele Zehntausende von
Buchenwald-Häftlingen ihr Leben
verdanken." Am 6. Dezember 1995 würdigte
die Stadt Trier diesen mutigen Mann mit
einem Gedenkstein vor seinem Geburtshaus in
der Engelstraße. Die Stadt Weimar hat eine
Schule nach seinem Namen benannt.
Quelle:
Stattführer Trier im Nationalsozialismus,
3. Auflage Trier 2005,
S. 134-135
Arnold
Fortuin
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